Geschichte Leipzig: Fruehe Neuzeit

Frühe Neuzeit

Bereits 1501 gab der Leipziger Rat die erste Wasserleitung in Auftrag. Sie wurde von dem Röhrenmeister Andreas Gentzsch aus Kiefernstämmen erbaut und versorgte öffentliche Brunnen auf dem Brühl und dem Marktplatz, das Paulinerkloster und zahlreiche Bürgerhäuser mit dem Wasser des Marienbrunnens. 1519 wurde eine Wasserkunst errichtet, um das Wasser des Pleißenmühlgrabens nutzen zu können, weitere folgten später. 1511/12 wurde die Alte Nikolaischule als erste städtische Lateinschule eingerichtet.

1519 fand in der Pleißenburg die Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und dem Gegner der Reformation Johannes Eck statt. Nach anfänglichem Widerstand wurde die Reformation 1539 endgültig durch Luther und Justus Jonas, der in der Nikolaikirche predigte, eingeführt. Johann Pfeffinger wurde erster Superintendent der Stadt.

Das Alte Rathaus wurde ab 1556 binnen eines Jahres unter dem Bürgermeister Hieronymus Lotter im Stil der deutschen Renaissance erbaut.

Am 17. September 1631 war Leipzig mit der Schlacht bei Breitenfeld Schauplatz eine der größten Niederlagen der Kaiserlichen unter Tilly im Dreißigjährigen Krieg. Im heute zu Leipzig gehörenden ehemaligen Rittergut Breitenfeld erinnert heute ein Gustav-Adolf-Denkmal an den schwedischen Heerführer Gustav-Adolf. Ein Jahr darauf, am 16. November 1632, fiel Gustav-Adolf in der Schlacht bei Lützen, etwa 10 km südwestlich der heutigen Leipziger Stadtgrenze.

Ab dem 1. Juli 1650 erschienen die Einkommenden Zeitungen als Nachfolger der Wöchentlichen Zeitung. Sie gelten, da sie sechs Mal in der Woche erschienen, als erste Tageszeitung der Welt.

1660 beginnt auch die Geschichte der Stadtreinigung, der erste Rathsmarktkehrer der Stadt wird eingestellt. Dies war auch sehr nötig da bereits jeder 5. Bewohner der Stadt durch Epidemien umgekommen war.